Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland - BVSD e. V.
Der über seine Landesverbände bundesweit organisierte BVSD vertritt die berufspolitischen Interessen aller schmerztherapeutisch und in der Palliativmedizin tätigen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten und setzt sich für die weitere qualitative und strukturelle Entwicklung der Allgemeinen und Speziellen Schmerztherapie und der Palliativmedizin ein. Schwerpunkte der Verbandsarbeit liegen in der Vertragsentwicklung und im Kooperationsmanagement sowie in der Qualitätssicherung und im -management.
Aktuelles
BVSD in den Medien: Welche Therapie hilft bei Rückenschmerzen?
Apotheken Umschau: http://www.apotheken-umschau.de/Rueckenschmerzen/Welche-Therapie-hilft-bei-Rueckenschmerzen-206749.html
Jetzt anmelden! 4. BVSD-Kongress SPAS 2013 am 14./15. Juni 2013 in Berlin
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Sehenden Auges vor die Wand: BVSD kritisiert geplante EBM-Reform scharf
Berlin, 14. Dezember 2012. Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geplanten Maßnahmen zur EBM-Reform stoßen beim Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) auf vehementen Widerstand. „Der KBV sind die Daten zur Versorgungssituation von Patienten mit chronischen Schmerzen hinlänglich bekannt. Trotzdem soll mit der EBM-Reform der bekanntermaßen bundesweit eher stützungsbedürftigen Schmerztherapie weiter das Wasser abgegraben werden. Das werden wir nicht hinnehmen“, sagte Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, BVSD-Vorsitzender.
Aus Sicht des BVSD würde die geplante EBM-Reform in vielen KV-Bereichen bei bereits aktuell bestehender existenzbedrohender Honorarsituation für schmerztherapeutisch tätige Vertragsärzte zu „massiven Einbrüchen in der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen“ führen. „Eine weitere Honorarkürzung ist für die meisten schmerztherapeutisch tätigen Kolleginnen und Kollegen wirtschaftlich nicht mehr zu verkraften“, so Nadstawek. Bereits heute würden viele niedergelassene Schmerztherapeuten angesichts ihrer wirtschaftlichen Situation eine Aufgabe ihrer schmerztherapeutischen Tätigkeit in Betracht ziehen. „Besonders für Anästhesisten, die die Mehrzahl der Schmerztherapeuten darstellen, würde durch die EBM-Reform ein sehr starker Anreiz geschaffen, der Schmerztherapie den Rücken zu kehren. Das kann auch die KBV vor dem Hintergrund, dass in Deutschland mehr chronisch Schmerzkranke als Diabetiker leben, nicht ernsthaft wollen“. Noch 2009 habe der Erweiterte Bewertungsausschuss die Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten als „besonders förderungswürdige Leistung“ festgestellt, so Nadstawek weiter. „Die Planungen der KBV zur EBM-Reform stehen diesem Beschluss diametral entgegen.“
BVSD und MDK erarbeiten Konsens - Begutachtungsleitfaden zu vollstationären multimodalen Schmerztherapie
Berlin, 5. Dezember 2012. Der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) und die Sozialmedizinische Expertengruppe „Vergütung und Abrechnung“ (SEG 4) der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) haben gemeinsame Positionen hinsichtlich der Indikationen für eine vollstationäre multimodale Schmerztherapie, der Voraussetzungen zur Leistungserbringung und Kodierung des OPS Komplexkodes 8-918.- -, sowie der sozialmedizinischen Begutachtung durch die MDK konsentiert. „Dieser wichtige Meilenstein schafft endlich mehr Klarheit für die vollstationäre multimodale Schmerztherapie. Krankenhäuser, Krankenkassen sowie die Gutachter der Medizinischen Dienste haben nun eine gemeinsame und bundesweit einheitliche Basis und finden Unterstützung bei leistungsrechtlichen Fragen“, sagte Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, BVSD-Vorsitzender.
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung begutachten nach Auftrag durch die Krankenkassen u. a. die Indikation für eine vollstationäre multimodale Schmerztherapie unter Berücksichtigung medizinischer Erfordernisse im Einzelfall und prüfen, ob eine stationäre Behandlung notwendig war. Bislang waren einheitliche Kriterien für diese Begutachtung nicht klar definiert, so dass es in der Vergangenheit häufig zu Missverständnissen kam, die zu leistungsrechtlichen Konsequenzen führten.
Weißbuch Schmerzmedizin erschienen - Schmerzpatienten warten acht Jahre auf Behandlung
Berlin, 14. Juni 2012. Der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hat die Ergebnisse seiner Ärzte-Umfrage zur Versorgungssituation von Patienten mit chronischen Schmerzen vorgestellt. Die Studiendaten, die jetzt im „Weißbuch Schmerzmedizin“ veröffentlicht wurden, zeigten einen hohen Grad an schmerztherapeutischer Unter- und Fehlversorgung in Deutschland, sagte Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, BVSD-Vorsitzender.
Zwischen den ersten Symptomen einer chronischen Schmerzerkrankung und dem Beginn von qualifizierten schmerztherapeutischen Maßnahmen liegen in Sachsen-Anhalt bis zu acht Jahre, gefolgt von Bremen (6,5 Jahre), Berlin (5 Jahre) und Saarland (4,8 Jahre). Schmerzpatienten in Mecklenburg-Vorpommern haben die „besten Chancen“ mit einer Verzögerung von 2,2 Jahren eine geeignete schmerztherapeutische Behandlung zu erhalten. Auf dem zweiten Platz liegt Brandenburg (3 Jahre), gefolgt von Niedersachsen (3,1 Jahre). „Wir sprechen hier von Menschen mit jahrelangen chronischen Schmerzen, die in Deutschland nicht ausreichend versorgt werden“, so Nadstawek. Grund hierfür sei u.a. ein seit langem bestehender Mangel an speziell ausgebildeten Schmerztherapeuten. Bundesweit nehmen 1027 Ärzte an der ambulanten schmerztherapeutischen Versorgung teil. Drei bis fünf Millionen Patienten in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. „Die Last tragen die Patienten. Rund zwei Millionen Schmerzpatienten irren durch unser Gesundheitssystem und erhalten erst nach langen Anläufen die Behandlung, die sie benötigen“, erklärte der BVSD-Vorsitzende. Erst Mitte Mai 2012 gab der Bundesrat grünes Licht für die Änderung der Approbationsordnung, nach der die Schmerzmedizin verbindliches Prüfungsfach für alle angehenden Ärzte wird.
Die Unterversorgung von Schmerzpatienten wird verschärft durch eine regional willkürliche Vergütung von schmerztherapeutischen Leistungen und eine bereits absehbare Nachwuchsproblematik. 25 Prozent der befragten Schmerztherapeuten gaben an, dass ihr Honorar seit 2008 gesunken sei, teilweise um 30 Prozent. Nur 17 Prozent konnten in 2010 eine Honorarsteigerung verzeichnen. Nadstawek: „Die Selbstverwaltung von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen müssen endlich zur Kenntnis nehmen, dass sie die politische Verantwortung dafür tragen, dass sich die Situation für Patienten und Ärzte weiter verschlechtert. Viele Ärzte sehen sich wirtschaftlich nicht mehr in der Lage, schmerztherapeutisch tätig zu sein.“
Nur 52,6 Prozent der Befragten hatten in den letzten drei Jahren keine Regressandrohung wegen Überschreitung der Arzneimittelbudgets. In Regressfällen ging es am häufigsten um starke Opioide (9,6%). Überdurchschnittlich häufig (>30% der Nennungen) wurden Regressandrohungen für Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein genannt.
Das „Weißbuch Schmerzmedizin“ steht als Download zur Verfügung
Kurzfassung Weissbuch Schmerzmedizin Kurzfassung
Langfassung Weissbuch Schmerzmedizin Langfassung
Gemeinsame Presseerklärung: Fachgesellschaften und Verbände in der Schmerzmedizin begrüßen Aufnahme der chronischen Schmerzkrankheit in den Morbi-RSA
Berlin, 13. März 2012 – Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zu berücksichtigenden Krankheiten neu festgelegt. Die chronische Schmerzkrankheit wurde nach jahrelanger Forderung der Fachgesellschaften und Verbände in der Schmerzmedizin nun in den zukünftigen Katalog der zuschlagsrelevanten 80 Diagnosegruppen des Morbi-RSA aufgenommen.
Der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD), die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS), die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie e.V. (DIVS), die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und die Deutsche Schmerzliga e.V. begrüßten diesen Schritt in einer gemeinsamen Presseerklärung. Damit sei man einer risikogerechten Steuerung der Finanzmittel des Gesundheitsfonds über den Morbi-RSA ein „gutes Stück näher gekommen“. Gerade in Hinblick auf die manifesten und irreversibel chronischen Schmerzpatienten bedeute die aktuelle Entscheidung des BVA einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“. Bislang seien diese Patienten häufig aufgrund mangelhafter Strukturen durch das Versorgungsraster des Versicherungssystems der Gesetzlichen Krankenversicherung gefallen. Die Fachgesellschaften und Verbände in der Schmerzmedizin sehen nun die Krankenkassen in der Verantwortung die bislang in weiten Teilen Deutschlands von Unterversorgung gekennzeichnete schmerztherapeutische Versorgung schnell zu verbessern. Vor allem die Einführung präventiver Maßnahmen und innovativer Behandlungsprogramme zur Verhinderung einer Schmerzchronifizierung von Risikopatienten müssten nun deutlich und zeitnah vorangetrieben werden.
Gemeinsame Presseerklärung: Aktiv gegen Rückenschmerzen - Individuelles Versorgungsangebot von KKH-Allianz und BVSD soll Rückenschmerzen schnell lindern und dauerhaft vermeiden
Hannover/Berlin, 29. November 2011 – Rückenschmerzen stellen die häufigste Form chronischer Schmerzen dar und führen häufig zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Bei der KKH-Allianz sind Muskel- und Skeletterkrankungen, darunter vorwiegend Rückenschmerzen, Ursache Nummer 1 für eine Arbeitsunfähigkeit im ersten Halbjahr 2011. Auch die Anzahl der Versicherten, die aufgrund einer Rückenerkrankung operiert wurden, zeigt bundesweit ein drastisches Plus: So stieg die Zahl von Operationen am Rückenmark zwischen 2006 und 2010 um 61 Prozent, von OPs an der Wirbelsäule um 53 Prozent. Die Kosten, die durch Rückenleiden entstehen, belaufen sich nach Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes jährlich auf ca. 8,9 Mrd. Euro. In diesen Zahlen sind die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung noch gar nicht enthalten, die zusätzlich bis zu 7,1 Mrd. Euro an jährlichen Kosten verursachen. Insgesamt ergeben sich bis zu 16 Mrd. Euro, die allein aufgrund von Rückenschmerz die Gesellschaft in Deutschland belasten.
Das neue Behandlungsprogramm RückenPlus soll Patienten mit Rückenleiden in Bonn, Duisburg, Leipzig, München und Saarbrücken ab sofort noch besser versorgen. Angeboten wird es von der KKH-Allianz und dem Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD), die einen Vertrag zur integrierten Versorgung (IV) abgeschlossen haben. Nach einer Pilotphase ist geplant, das Programm auf weitere Regionen auszudehnen.